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Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus, 4320 Perg, Mühlsteinstraße 43. Geöffnet von Mai bis Oktober jeden ersten Samstag von 14 bis 17 Uhr und nach Voranmeldung. Telefon: Harald Marschner: 0664 18 03 253; Manfred Hörzenberger 0664 230 99 61; E-mail: h.a.marschner@gmail.com; Offenlegung und Datenschutz

Sammlungsschwerpunkte

  • Geschichte der Perger Mühlsteinbrecher
  • Geschichte der Perger Mühlsteinbrüche
  • Steinmüllerei und die Entwicklung des Mahlens
  • Mahl- und Schleifsteine
  • Meisingermühle als Schaumühle
  • Mühlsteine im Kontext von Religion und Kultur
  • Erzeugnisse der Perger Steinbrecher
  • Lebenswelt einfacher Menschen im 19. Jahrhundert

Das Perger Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus

Die Zunft der Perger Mühlsteinhauer ist seit dem Mittelalter belegt. Mühlsteine aus Perg wurden an zahlreiche Mühlen in der Habsburger-Monarchie geliefert. Entlang der Donau wurden mehrere
Lagerstellen für Perger Mühlsteine eingerichtet.

Im Gelände des ehemaligen Mühlsteinbruchs Scherer ist das Steinbrecherhaus, ein Wohnhaus einfacher Arbeiter, erhalten geblieben. Es ist das letzte derartige Gebäude in Perg. Es wurde 1802 errichtet und 2007 renoviert. Man kann hier noch sehr gut die Lebensbedingungen einfacher Menschen nachempfinden. Sorgsam wurde auf die Erhaltung des ursprünglichen Charakters des Arbeiterwohnhauses geachtet.

Werkzeuge der Mühlsteinhauer und zwei künstliche Mühlsteine (Foto: Alexander Schneider)
Fossilien aus den Perger Mühlsteinbrüchen, steinzeitliche Reibsteine, 
Gesteinsproben aus europäischen Mühlsteinbrüchen (Foto: Alexander Schneider)
Die Stube im Steinbrecherhaus lädt zum Verweilen ein (Foto: Alexander Schneider)
Rauchkuchl (Selch) - mit einfachen Haushaltsgeräten vergangener Tage  
(Foto: Alexander Schneider)



Freigelände beim Perger Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus

Das Freigelände ist jederzeit zugänglich:
links: originale Arbeitshütte; rechts: Meisingermühle
(Foto: Alexander Schneider)

Mühl- und Mahlsteine aus verschiedenen Materialien für unterschiedliche Anwendungen
(Foto: Alexander Schneider)
Die Meisingermühle aus dem Maltatal (Foto: Alexander Schneider)

Mühlsteinbruch Scherer


Der Mühlsteinbruch Scherer ist eine museale Freilichtanlage des Stadtmuseums Perg auf dem Areal des stillgelegten Sandsteinbruches an der Mühlsteinstraße, ganz in der Nähe des Steinbrecherhauses.
Der im Tertiär (vor 30 bis 40 Millionen Jahren) am Ufer des Meeres in der heutigen Machlandebene abgelagerte Sand wurde an einigen wenigen Stellen so hart, dass aus diesem speziellen Sandstein Mühlsteine gewonnen werden konnten. Neben dem Mühlsteinbruch Scherer und dem Kerngrabenbruch bestanden in Perg noch fünf weitere kleinere Mühlsteinbrüche. Auch in Wallsee, südlich der Donau, war ein für Mühlsteine geeigneter Sandsteinbruch. Mühlsteine wurden von Mühlstein-Hauern oder -Brechern direkt aus dem Felsen herausgehauen und danach in Werkstätten genau zugerichtet.
1391 werden die "Perger Stainprecher" zum erstenmal urkundlich erwähnt. 1582 bestätigt Kaiser Rudolf II. die Handwerksordnung der Perger Mühlsteinbrecher. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blühte die Perger Mühlsteinindustrie. Bis zu 2000 Mühlsteine wurden im Jahr gewonnen und in der ganzen damaligen österreichischen Monarchie und darüber hinaus verkauft.
Die Zunft der Mühlsteinbrecher bestand bis 1859, danach führte die 1872 gegründete Firma Fries, Burgholzer & Co die Produktion von Mühlsteinen weiter. Nach dem Ersten Weltkrieg starb der Beruf des Mühlsteinbrechers nach und nach aus.
Die heutige Freilichtanlage - der letzte Rest des großen Steinbruchs - wurde 1988 wieder zugängig gemacht und kann im Rahmen von Führungen besucht werden.